AUFGABENSTELLUNG

 Im Rahmen des Städtebauförderungsprogrammes wurde im Jahr 1993 mit der Sanierung des "alten Schulgebäudes" Markt 9, das unter Denkmalschutz steht, begonnen. Die Aufgabe bestand darin, das nach dem grossen Brand 1799 wiederaufgebaute Gebäude in seiner äußeren Erscheinungsform entsprechend den historischen Vorlagen zu gestalten und die Innenräume laut den Anforderungen einer zeitgemäßen Unterrichtsführung für einen naturwissenschaftlichen Lernbetrieb zu schaffen. Historische Foto's dienten als Vorlage für die anzustrebende gestalterische Lösung. Es galt fast vollständig auf moderne Baustoffe zu verzichten und die historische Substanz
 weitestgehend zu erhalten und aufzuarbeiten, als auch Handwerker zu finden, die mit den entsprechenden Handwerkstechniken vertraut sind. 

BAUBESCHREIBUNG

 Im Rahmen der Fassadengestaltung fand man in der Firma Rajasil einen kompetenten Partner. Die aus den 60er Jahren stammenden Putz- und Farbschichten wurden restlos entfernt. Alle Sandsteinfenster - und Türgewände konnten bis auf wenige Ausnahmen von zwei Fenstersturzgewänden und einem Türstockgewand erhalten werden. Die verbleibenden Gewände waren teilweise stark durch Umwelteinflüsse geschädigt. Sie wurden mit Steinersatzmasse schichtenweise aufgearbeitet und nach dem Aushärtungsprozess oberflächenmäßig angeglichen an die gewünschte Erscheinungsform. Die neuen Putzflächen wurden auf ein Natursteinmauerwerk mit 2 cm tiefen ausgearbeiteten Fugen schichtenweise entsprechend dem vorgesehenen Sanierputzsystem. Alle Bänder und Bossierungen wurden mittels Handputztechnik herausgearbeitet.
 Die Fenster wurden gemäß den historischen Vorlagen als Holzfenster mit Stulpflügel und glasteilenden Sprossen und Holzklappläden hergestellt. Die Verglasung erfolgte entsprechend WschVO mittels ISO- Verglasung. Die Dachfläche wurde mit Biberschwanzziegeln eingedeckt. Auf einen Rückbau der Satteldachgaupen zu sogenannten Ochselaugen wurde aufgrund der Nutzung des Dachgeschosses zu Wohnzwecken verzichtet. 
Besondere Schwierigkeiten ergaben sich bei der Aufarbeitung der historischen Haustüranlage, was nach intensivem Ringen mit dem ausführenden Handwerksbetrieb jedoch gelungen ist. Im Innenbereich wurden die zu sanierenden Räume für ein Chemie- und Hauswirtschaftskabinett weitestgehend entkernt und durch eine für die Unterrichtsführung optimalen Grundrisslösung neu gestaltet. Die entsprechenden Wärmeschutzmassnahmen konnten mit Rücksicht auf die historische Fassade nur im Innenbereich realisiert werden.